1996 wurde in der Regio Basiliensis mit humanismus 96 eine grenzüberschreitende, kulturpolitische Initiative lanciert, deren Ziel es war, einerseites den Begrifff Humanismus und seine unterschiedlichen historischen Ausprägungen aufzuarbeiten, anderseits aber das Konzept Humanismus zu aktualisieren und auf seine Bedeutung für Gegenwart und Zukunft hin zu befragen. Viele Institutionen und Personen haben zusammengearbeitet und waren bereit, sich über alle ideologischen, politischen und religiösen Vorurteile hinweg wieder den ursprünglichen Fragen des Menschseins zu stellen.
Die Referate, die im Rahmen zweier Vortragsreihen diesen Fragen gewidmet waren, werden hier in gedruckter Form einem weiteren Publikum zugänglich gemacht.
Der erste Teil gilt den historischen Aspekten des Humanismus. Im Sinne einer Begriffsbestimmung werden die vielen Facetten des umfassenden, vieldeutigen, oft auch missbrauchten Begriffs «Humanismus» am Beispiel historischer Epochen und Geistesbewegungen, mit denen das Wort in Verbindung gebracht wird, vorgeführt.
Inhalt
Frank Geerk
Vorwort
Fritz Graf
Die Humanismen und die Antike. Überlegungen zu einem gespannten Verhältnis
Gregor Schoeler
Humanismus im Islam
Frank Geerk
Eros und die Macht der Poesie.
Ein Gastmahl nach antikem Vorbild
Hans R. Guggisberg
Erasmus und Basel
Hermann Schmelzer
Ein Fürsprecher des Judentums in dunkler Zeit. Der Humanist und Kabbalist Johannes Reuchlin
Olga Rubitschon
Humanismus und Aufklärung oder von den Löwen, den Füchsen und dem Chamäleon
Martin Stern
Humanität in der deutschen Klassik: Lessing, Herder, Schiller, Goethe
Andreas Cesana
Basler Neuhumanismus: Gerlach, Bachofen, Burckhardt, Nietzsche, Overbeck
Annemarie Pieper
Humanismus in der Philosophie des 20. Jahrhunderts:
Jaspers, Heidegger, Sartre, Camus
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