Schwabe

Im Paradies des Alphabets


Cornel Dora (Hrsg.)
Im Paradies des Alphabets
Die Entwicklung der lateinischen Schrift
2016. 124 Seiten, 57 Abbildungen. Broschur mit Klappen.
sFr. 25.- / € (D) 25.-
ISBN 978-3-906819-09-9
Stiftsbibliothek St. Gallen
Im Paradies des Alphabets25.00


Nur wenige Bibliotheken besitzen so viele aussagekräftige Zeugnisse für die Entwicklung  der lateinischen Schrift wie die Stiftsbibliothek St. Gallen. Die vorliegende Publikation zeichnet die Geschichte unseres Alphabets von der Antike bis zum Ende des Mittelalters nach und illustriert sie anhand vieler Beispiele.


Auf der Grundlage antiker Schriften entwickelten sich nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs verschiedene regionale Schriften, darunter die merowingische Buchschrift, die rätische und die alemanni­ sche Minuskel oder auch die insularen Schriften in Irland und England. Unter Karl dem Grossen († 814) kam es dann zu einer Gegenbewegung und Vereinheitlichung. Vom 9. bis zum 12. Jahrhundert war in weiten Teilen Europas die nach Karl benannte karolingische Minuskel gebräuchlich. Sie prägte unsere gemeinsame westeuropäische Schreibkultur nachhaltig.
Ab dem 12. Jahrhundert zerfiel diese Einheit wieder. Für prächtige Bücher benutzte man aufwendig gestaltete, kalligraphische Schriften. Daneben wurden im Alltagsleben kursive Schriften verwendet. Um 1400 griffen die italienischen Humanisten auf die karolingische Minuskel zurück und schufen die Grundlage für die heute üblichen Druckschriften, insbesondere die Antiqua.
Im Anschluss an die Einleitung von Michele C. Ferrari stellen Philipp Lenz und Franziska Schnoor die Entwicklung der lateinischen Schrift anhand konkreter Beispiele vor. Der St. Galler Stiftsbibliothekar Cornel Dora sucht nach den Spuren der Schreibkultur auf dem St. Galler Klosterplan und wirft einen Blick auf die rätselhafte Ogham­Schrift aus der Frühzeit Irlands. Ergänzend erläutert der St. Galler Stiftsarchivar Peter Erhart verschiedene Urkundenschriften. Musteralphabete des Skriptors Klaus­Peter Schäffel runden die leicht lesbare und reich illustrierte Publikation ab, die sich hervorragend als Einführung in die lateinische Paläographie des Mittelalters eignet.

Cornel Dora ist Historiker und Anglist und Stiftsbibliothekar von St. Gallen.


Peter Erhart ist Historiker und Stiftsarchivar von St. Gallen.


Michele C. Ferrari ist Professor für Mittel­  und Neulatein an der Universität Erlangen­Nürnberg und Mitglied des Comité international de paléographie latine.


Philipp Lenz ist Historiker und Anglist und bearbeitet den Katalog der Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen.


Franziska Schnoor ist Mittellateinerin und Musikwissenschaftlerin  und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Stiftsbibliothek St. Gallen.

Zu diesem Titel ist kein Pressestimmentext verfügbar.