Schwabe

Glückselig und unsterblich


Schwabe Epicurea (SchwEp)
Texte, Kommentare und Studien zu Epikur und zur epikureischen Tradition
Michael Erler / Wolfgang Rother (Hrsg.)

SchwEp
2: Holger Essler
Glückselig und unsterblich
Epikureische Theologie bei Cicero und Philodem
2011. 399 Seiten. Gebunden.
sFr. 85.- / € (D) 85.- / € (A) 87.50
ISBN 978-3-7965-2600-8
Glückselig und unsterblich85.00


«So haben die epikureischen Götter einen wohltuenden Einfluss auf die Menschen. Indem sie wie alle Gegenstände Bilder aussenden, erlauben sie den Menschen, die Anschauung des glückseligen Lebens zu bilden und damit ein Ideal vor dem geistigen Auge zu haben, dem die Weisen sich annähern.»

Seit der Antike sind die Epikureer mit Angriffen auf ihre Götterlehre konfrontiert worden. Die Vorwürfe reichen von Atheismus bis Absurdität. Hauptargument ist die Unmöglichkeit der Existenz der Götter im atomistischen Weltbild: Die epikureische Vorstellung von Gott als einem unvergänglichen und glückseligen Lebewesen scheint mit den Gesetzen der epikureischen Physik, wonach alles aus Atomen besteht und alle Atomverbindungen auflösbar sind, nicht vereinbar. Eine eindeutige Antwort der Epikureer ist nicht erhalten. Zur Auflösung des Gegensatzes kann man auf beiden Seiten ansetzen. Entweder nimmt man für die Götter eine besondere, unvergängliche Körperlichkeit als Ausnahme in der epikureischen Physik an oder erklärt sie zum blossen Begriff, zur Gedankenprojektion, die als solche nicht unter physikalische Gesetze fiele. Eine besondere Rolle kommt dabei der Götterprolepse zu, d. h. dem Begriff, den man sich von den Göttern macht. Er wird aus allen Richtungen beleuchtet: Cicero und Diogenes Laertius beschreiben Funktion der Prolepse, Lukrez und Hermarch die Begriffsbildung. Philodem gibt dafür die theoretische Grundlage und erklärt, wie falsche Götterbegriffe entstehen. Zusammengenommen weisen die Quellen auf einen externen Ursprung des Begriffs, auf Götter aus speziellen Atomen. Die Zeugnisse über die epikureische Lehre von Prolepse und Göttern sprechen alle gegen die Annahme von Gedankenkonstrukten.

   

Der Autor:

Holger Essler, geb. 1977, studierte in Potsdam, Würzburg, Pisa, Oxford und Neapel griechische und lateinische Philologie, Geschichte und Informatik. Er wurde im Jahr 2008 promoviert und ist als wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Gräzistik der Universität Würzburg tätig.

  

„E.s Buch ist außerordentlich reich. […] Das Buch offenbart eine Reihe von Fertigkeiten seines Autors, darunter vor allem philologische, historische und philosophische. Was besonders bemerkenswert ist, ist E.s Fähigkeit, allen Arten von textuellen und philologischen Einzelheiten nachzugehen und sie zum Schluss in die philosophische Frage einzubringen. Das Buch lässt sich nicht einfach lesen und richtet sich nicht an Laien, es ist aber methodologisch beispielhaft und sollte von allen an der epikureischen Philosophie Interessierten gelesen werden.ˮ AGPh De Gruyter, George Karamanolis, 2015.