Schwabe

Intentionalität und Subjektivität Intentionnalité et subjectivité


Studia philosophica (StPh)
Schweizerische Zeitschrift für Philosophie | La Revue Suisse de Philosophie | La Rivista Filosofice Svizzera | The Swiss Journal of Philosophy
(erschien bis 2015 als Jahrbuch der Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft)

StPh
75/2016: Guillaume Fréchette (Hrsg.) / Anton Hügli / Janette Friedrich (Red.)
Intentionalität und Subjektivität
Intentionnalité et subjectivité

2017. 260 Seiten. Broschiert.
sFr. 68.- / € (D) 68.-
ISBN 978-3-7965-3554-3
Intentionalität und Subjektivität Intentionnalité et subjectivité68.00

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Kaum ein Begriff hat die philosophische Diskussion so sehr bestimmt wie der Begriff der Intentionalität, den Brentano am Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgegriffen hat, um mit seiner Hilfe die Psychologie als autonome philosophische Disziplin neu zu konstituieren. Der Begriff hat nicht nur geholfen, die Eigenart mentaler Akte besser zu verstehen, er diente auch vorzüglich als Waffe gegen die Naturalisierung des Geistes, die damals durch die Forschungen in der experimentalen Psychologie, der Physiologie und dem Behaviorismus genährt wurde und die heute durch die Ergebnisse der Kognitionswissenschaften erneut Aufwind bekommen hat.


Schon Brentano allerdings hat gesehen, dass Intentionalität nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal mentaler Akte ist, sondern dass diese immer auch innerlich wahrgenommen werden und dadurch Subjektivität erlangen. Diese doppelte Charakterisierung hat Folgen für die Beschreibung aller Typen mentaler Akte, sowohl für die sensorischen wie auch die kognitiven oder emotionalen, und führt zu neuen Debatten in der Erkenntnistheorie, in der Philosophie der Gefühle und in der Ontologie – mit Auswirkungen auf weitere philosophische Themenbereiche: so etwa auf die in der Sozialphilosophie stark diskutierte Frage nach den Identifikationskriterien kollektiver Intentionalität oder die in der Anthropologie geführte Debatte darüber, ob kollektive Intentionalität als Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier dienen könne. Nicht zuletzt aber geht die Frage, ob und inwieweit die vor Brentano dominierenden Modelle von Subjektivität und Intentionalität im Lichte der heutigen Debatten neu zu bewerten sind, auch an die Historiker der Philosophie.


Der Band 2016 der Studia Philosophica stellt diese vergangenen und gegenwärtigen Debatten über die Beziehung von Intentionalität und Subjektivität in den Mittelpunkt. Eine nicht kleine Zahl von Philosophinnen und Philosophen, die selber an diesen Themen arbeiten, kommen in diesem Band zu Wort.


 


Inhalt | Table de matières 


Themenschwerpunkt | Thème:


Intentionalität und Subjektivität
Intentionnalité et subjectivité



Einleitung | Introduction



Phänomenale und affektive Intentionalität
Intentionalité phénoménale et affective


Christian Barth: Descartes on Intentionality, Conscientia, and Phenomenal Consciousness



Guillaume Fréchette: Brentano on Sensory Intentionality



Laurent Cesalli: Anton Marty on Emotions, their Object and Content



Federico Lauria: ‘L’œil du devoir-être’ – La conception déontique de l’intentionnalité du désir et les modes intentionnels


Intentionalität in Wahrnehmung und Handlung
L’intentionnalité dans la perception et l’action


Gianfranco Soldati: Intentionale Inexistenz und Bewusstsein



Hamid Taieb: Husserl et P. F. Strawson sur les qualités secondes



Javier Kalhat: Peacocke on Depiction and the Visual Field



Frank Esken: Der schwierige Begriff der Handlungsintentionalität 


Frühe Ansätze und Kontroversen zwischen Philosophie und Psychologie
Anticipations et polémiques entre philosophie et psychologie


Carole Maigné: «Penser le Moi avec acuité signifie réfuter l’idéalisme» (Herbart)



David Romand: La théorie herbartienne de la représentation (Vorstellung): une dialectique de l'acte et du contenu



Janette Friedrich: Philosophie mit oder ohne Psychologie?



Freier Beitrag | Article libre



Rafael Ferber: Was ist eine gute Weltanschauung?

Die Redaktion


Anton Hügli, geb. 1939, studierte Philosophie, Psychologie, Germanistik/Nordistik und Mathematik in Basel und Kopenhagen. Er war bis 2005 Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Basel.


Janette Friedrich, geb. 1961, studierte Philosophie in Rostow am Don (Russland) und doktorierte an der Humboldt Universität in Berlin. Nach mehrjährigen Forschungsaufenthalten in Paris ist sie gegenwärtig Maître d’enseignement et de recherche an der Universität Genf.



Der Gastherausgeber


Guillaume Fréchette, geb. 1976, studierte Philosophie an der Universität Québec in Montreal und promovierte an der Universität Hamburg. Er ist derzeit Projektleiter am Fachbereich Philosophie (KGW) der Universität Salzburg.

Zu diesem Titel ist kein Pressestimmentext verfügbar.