Schwabe

Arznei für die Seele


Cornel Dora (Hrsg.)
Arznei für die Seele
Mit der Stiftsbibliothek St.Gallen durch die Jahrhunderte
2017. 139 Seiten, 44 Abbildungen, davon 43 in Farbe, 3 Karten. Broschur mit Klappen.
sFr. 25.- / € (D) 25.-
ISBN 978-3-906819-20-4
Arznei für die Seele25.00


Die Stiftsbibliothek St. Gallen wurde nicht gegründet – sie ist entstanden. Sie hat sich seit der Ankunft von Gallus an der Steinach im Jahr 612 nach und nach wie von selbst gebildet, schrittweise Form angenommen und sich schliesslich als feste Infrastruktur im Kloster etabliert. Zusammen mit der Biblioteca Capitolare di Verona, der Bibliothek des Katharinenklosters auf dem Sinai und der Bibliothek der Erzabtei St. Peter in Salzburg gehört sie zu den ältesten heute noch bestehenden Bibliotheken der Welt.


Bereits bei Gallus, der als irischer Missionar und gebildeter Eremit St. Gallen begründete, spielten Bücher eine Rolle. Schon in der Vor­ und Frühgeschichte des Klosters gab es immer Bücher. Mit dem Skriptorium, das seit der Mitte des 8. Jahrhunderts nachgewiesen werden kann, begann die bewusste Vergrösserung der Sammlung durch die Mönchsgemeinschaft.


Die enge Beziehung zwischen Schreibstube und Bibliothek ist auch auf dem St. Galler Klosterplan um 820 bezeugt. Die Handschriftensammlung wurde in der Folge zur Grundlage für die Arbeit von aussergewöhnlichen Künstlern und Gelehrten, von Notker Balbulus, der auch Bibliothekar war, bis zu Ekkehart IV., ihrem wohl intensivsten Benutzer. Im St. Galler Hartmutturm trotzte sie vom 10. bis zum 16. Jahrhundert allen Gefahren und mehreren Kloster­ und Stadtbränden. Mit Glück überstand sie auch die Wirren der Reformationszeit.


1553 wurde im Westflügel des Konventsgebäudes ein eigenes Bibliotheksgebäude errichtet, das 1767, also vor 250 Jahren, durch den heutigen Bau mit dem Barocksaal ersetzt wurde. Er gilt als einer der schönsten Bibliotheksräume weltweit. Wie durch ein Wunder gelang es den letzten Klosterbibliothekaren zur Zeit der Aufhebung der Fürstabtei 1797 bis 1805, den Bestand unbeschadet zu erhalten. Als Herzstück des Weltkulturerbes Stiftsbezirk ist die Stiftsbibliothek St. Gallen heute die wichtigste historische Sehenswürdigkeit der Ostschweiz.


Der Band präsentiert Denkwürdiges aus der langen Geschichte der Bibliothek. Der Titel knüpft an die Überschrift «Seelenapotheke» über dem Eingangsportal zum Barocksaal an.

Cornel Dora ist Historiker und Anglist und Stiftsbibliothekar von St. Gallen.


Uwe Jochum ist Germanist und Politikwissenschaftler und Autor mehrerer Bücher über die Geschichte des Buchs und der Bibliotheken.


Philipp Lenz ist Historiker und Anglist und bearbeitet den Katalog der Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen.


Karl Schmuki ist Historiker und Geograph und Stellvertreter des Stiftsbibliothekars von St. Gallen.

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