Wir Menschen nehmen den Raum über seinen Klang wahr; dessen Schwingungen verbinden uns mit der Welt, lassen das Innen mit dem Aussen resonieren - und räsonieren. Doch welche akustischen Signale sendet die kleine Schweiz aus?
Dieser Frage gingen Musiker und Schriftsteller, Komponisten, Literatur- und Filmwissenschaftler, Musikologen und Journalisten an einer zweiteiligen Tagung in Potsdam und Freiburg i.Br. nach. Sie stellten die Schweiz als ein vielstimmiges Land vor. Föderalismus, Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt entfalten hierzulande eine kreative Dynamik. Von Lyrik über Pop und Rock, klassische Musik, Film bis zu Mundart, Jodeln und dem dumpfen Dröhnen der Felsstürze in den Alpen reicht das Spektrum helvetischer Klänge - und der in diesem Band versammelten Essays, die mit Hörbeispielen auf der beigegebenen CD unterlegt werden.
Es erweist sich, dass die Schweiz aus der hier gewählten Perspektive durchaus nicht klein, sondern ein leibhaftiges Reich der Klänge ist, ein Empire des sons.
Inhalt
Joseph Jurt: Die politische, konfessionelle, sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz
Ottmar Ette: Das Reich der Klänge oder Warum die Schweiz Klang ist
Felix Philipp Ingold: Immer wahr der Klang. Eine poetologische Skizze
Ingrid Fichtner: Nach der Stimme. Zur Klanglichkeit der Gedichte Felix Philipp Ingolds am Beispiel des konzertanten Dialogs mit Urs Leimgruber
Eric Facon: Fernweh nach Heimat - eine Bestandesaufnahme der Schweizer Pop- und Rockmusik
Yvette Sánchez: Vom Wallis bis Wallisellen. Schweizerdeutscher Mundart-Pop am Beispiel Stiller Has
Hansmartin Siegrist: Das Echo von Schweizer Leinwänden. 25 kurze Trailer zum langen Abschied vom Sonderfall
Aurel Schmidt: Klangbilder der Alpen. Präludium
Andreas Wernli: So tönte es im «tonarmen Land». Ein Streifzug durch 1000 Jahre Schweizer Musikvergangenheit
Michael Kunkel: «Die Schweizer waren einst kühn und mutige Bürschchen; wer weiß, warum sie jetzo sind nur noch feige Würstchen». Jürg Wyttenbachs Werkprojekt Hors Jeux und andere Ungereimtheiten
Andreas Stahl: nichts festes mehr: rhythmische syntax und kategorienwechsel
Die Herausgeber
Ottmar Ette, Prof. Dr., geb. 1956 im Schwarzwald. Seit Oktober 1995 Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. 2004-2005 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Auszeichnungen u.a.: Heinz-Maier-Leibnitz-Preis sowie Forschungspreis der Universität Freiburg i.Br. zu Ehren von Hugo Friedrich und Erich Köhler.
Joseph Jurt, Prof. Dr., geb. 1940 in Willisau. Studium der Romanistik und der Geschichte an der Universität Fribourg und der Sorbonne. 1981-2005 Professor an der Universität Freiburg i.Br., Mitgründer und Leiter des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg i.Br. Seit 2000 Mitglied des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates, seit 2005 als Vizepräsident.
Yvette Sánchez, Prof. Dr., geb. 1957 in Maracaibo/Venezuela. Studium, Promotion (1987) und Habilitation (1997) an der Universität Basel. Habilitationsschrift «Coleccionismo y literatura» zu den vielfältigen Zusammenhängen von Sammeln und Literatur. Seit Oktober 2004 Professorin für Spanische Sprache und Literatur an der Universität St. Gallen.
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