Schwabe

Vergessene Frauen


Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft (BBG)
Caroline Arni / Susanna Burghartz / Lucas Burkart / Martin Lengwiler / Claudia Opitz-Belakhal / Frithjof Benjamin Schenk (Hrsg.)

BBG
182: Helena Kanyar Becker (Hrsg.)
Vergessene Frauen
Humanitäre Kinderhilfe und offizielle Flüchtlingspolitik 1917-1948
2010. 282 Seiten, 96 Abbildungen. Broschiert.
sFr. 48.- / € (D) 48.- / € (A) 49.50
ISBN 978-3-7965-2695-4
Vergessene Frauen48.00


Humanitäre Kinderhilfe

Sie engagierten sich freiwillig – die Kranken- und Kinderschwestern, Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und andere Mitarbeiterinnen der Schweizer Kinderhilfe. Sie holten Kinder aus den Kriegsgebieten zur Erholung in die Schweiz und brachten mit den Kinderzügen deutsche Emigrantenkinder in Schweizer Patenfamilien. Im Spanischen Bürgerkrieg sorgten sie für Hungernde und arbeiteten in Kinderheimen. Die spanischen Flüchtlinge betreuten sie ab Winter 1939 in Südfrankreich, wo sie auch Kinderkolonien und eine Maternité gründeten. Die unterernährten französischen Kinder bekamen Zusatzmahlzeiten in den Kantinen.
Die couragierten Frauen setzten sich auch für die jüdischen Häftlinge in den Internierungslagern ein, in den Schweizer Baracken sorgten sie für Kranke, Hungernde und vor allem für Kinder. Sie versuchten möglichst viele vor den Deportationen in die Vernichtungslager zu retten – entgegen der offiziellen Schweizer Flüchtlingspolitik. Für Flüchtlinge engagierten sie sich auch nach Kriegsende.

Aus dem Inhalt

Georg Kreis, Vorwort


Helena Kanyar Becker, Einleitung, Die humanitäre Tradition


Helena Kanyar Becker, Pionierin der Kinderzüge, Mathilde Paravicini  


Nicole Weil, Sozialdemokratin und Organisatorin, Regina Kägi-Fuchsmann


Ildikó Kovács, Bürgersfrau, Historikerin und Flüchtlingshelferin, Nettie Sutro


Aurel Waeber, Kämpferin für Gerechtigkeit, Georgine Gerhard


Michel Puéchavy, L’expérience de la guerre civile espagnole, Ruth von Wild


Helena Kanyar Becker, Gründerin der Maternité Suisse, Elisabeth Eidenbenz


Therese Schmid-Ackeret, Engagement für Verfolgte und Leidende, Elsbeth Kasser


Antonia Schmidlin, Eine der «mutigen, heldenhaften Frauen, zu denen unsere Heimat mit Stolz hinaufblickt», Rösli Näf


Michel Puéchavy, Deux femmes héroïques aux portes de la Conféderation suisse, Renée Farny et Germaine Hommel


Margot Wicki-Schwarzschild, «Ich habe nur getan, was ich tun musste», Elsa Ruth


Susanne Businger, «Oft erfasst mich eine solche Wut, dass man diesen Menschen jedes Recht auf Freiheit nimmt», Friedel Bohny-Reiter


Helena Kanyar Becker, Frau im Hintergrund, Emma Ott


Sandra Studer, Illegale Grenzgänge für die Menschlichkeit, Anne-Marie Im Hof-Piguet

  

Die Herausgeberin:

Dr. phil. Helena Kanyar Becker ist Historikerin, publiziert zur Schweizer Flüchtlingspolitik und organisiert Ausstellungen und Vortragsreihen zu diesem Thema.

   

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