Schwabe

Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert


Patrick Halbeisen / Margrit Müller / Béatrice Veyrassat (Hrsg.)
Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert
2012. 1234 Seiten, mit zahlreichen z.T. farbigen Graphiken und Tabellen. Gebunden.
sFr. 98.- / € (D) 98.- / € (A) 100.-
ISBN 978-3-7965-2815-6
Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert98.00

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Grundlagenwerk zur ökonomischen Entwicklung der Schweiz

Die Schweiz gehörte während des gesamten 20. Jahrhunderts zu den Ländern mit einem besonders hohen Wohlstandsniveau. In der breit angelegten Studie werden die Bedingungen dieses anhaltenden Erfolgs dargestellt und mit der wirtschaftlichen Entwicklung in anderen Ländern verglichen. Die Frage nach dem schweizerischen ‹Sonderweg› wird damit neu gestellt.

Basierend auf neuen quantitativen Schätzungen, werden im Teil 1 die Bestimmungsfaktoren des Wohlstands, des Wachstums und des Konjunkturverlaufs analysiert. Wichtige Aspekte sind die Abhängigkeit von ausländischen Märkten, die stark von der Immigration beeinflusste demographische Entwicklung sowie die Bedeutung der Forschungspolitik und des Bildungswesens. Im Teil 2 wird der wirtschaftliche Entwicklungsprozess auf der Ebene der Sektoren, Branchen und Unternehmen beschrieben. Zentral sind die für kleine, offene Volkswirtschaften typische duale Struktur, mit einerseits international stark verflochtenen und andererseits primär auf den Binnenmarkt aus gerichteten Branchen, sowie die besonderen Verhältnisse, welche die Entstehung eines international bedeutenden Finanzplatzes begünstigten. Teil 3 untersucht die Partizipation der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Landesteile am wachsenden Wohlstand und Konsum sowie die damit einhergehenden Kosten der Umweltnutzung. Die Teile 4 und 5 befassen sich mit den Institutionen, die die wirtschaftlichen wie auch sozialen Beziehungen im In- und Ausland prägten, mit den entsprechenden Kontrollmechanismen und Regulierungen sowie mit dem Einfluss der jeweiligen aussenwirtschaftlichen Regimes und der innenpolitischen Kräfteverhältnisse auf den Handlungsspielraum der Wirtschaftspolitik.

Getragen wird das Gemeinschaftswerk von der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (SGWSG).

Aus dem Inhalt
Wirtschaft und Gesellschaft an der Wende zum 20. Jahrhundert: B. Veyrassat

Teil 1: Wirtschaftliche Entwicklung, Demographie und Technologie
Wohlstand, Wachstum und Konjunktur: M. Müller und U. Woitek
Demographie und Wirtschaftsentwicklung: L. Lorenzetti
Wissen und Technologie: D. Gugerli und J. Tanner

Teil 2: Die Schweiz in der internationalen Arbeitsteilung
Internationale Verflechtung: M. Müller
Finanzplatz Schweiz: S. Guex, R. Lopez, M. Mazbouri
Binnenwirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft: L. Tissot und P. Moser

Teil 3: Wohlstandsverteilung und regionale Entwicklung
Konsum und Distribution: J. Tanner und B. Studer
Umwelt, Raum, Verkehr: U. Haefeli
Partizipation der Kantone und Regionen: M. Hiestand, M. Müller und U. Woitek

Teil 4: Die schweizerische Variante des Kapitalismus
Corporate Governance: T. David und A. Mach
Arbeit und Kapital: B. Degen
Ökonomien der sozialen Sicherheit: B. Studer

Teil 5: Wirtschaft und Politik
Die Wirtschaftspolitik im internationalen Kontext: P. Halbeisen und T. Straumann
Öffentliche Finanzen und Finanzpolitik: S. Guex
Die Schweiz und die Internationalen Organisationen: Th. Gees   

Die Herausgeber:

Patrick Halbeisen, geb. 1962, Dr. phil., studierte Geschichte und Volkswirtschaft an der Universität Zürich. Er war im Rahmen seiner Dissertation mit der Konzeption und dem Aufbau des historischen Archivs der CS betraut. Seit 1995 leitet er das Archiv der Schweizerischen Nationalbank.

Margrit Müller, geb. 1942, Dr. oec. publ., studierte Ökonomie mit Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich und war bis 2007 als Oberassistentin und Dozentin für Wirtschaftsgeschichte an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich tätig mit Schwerpunkt Unternehmensgeschichte.

Béatrice Veyrassat, geb.1942, Dr. sc.éc. mention histoire, studierte Sozialwissenschaften und Geschichte in Genf und in Paris an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales. Sie war bis 2007 maître d’enseignement et de recherche an der Universität Genf mit Schwerpunkt industrialisierte Länder im internationalen Vergleich und Schweizer Industriegeschichte.       

„Wer sich für Ökonomie im weitesten Sinn interessiert, wird künftig an dem strukturgeschichtlichen Werk, das unter der Ägide der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte entstanden und von dreizehn Spezialisten verfasst worden ist, nicht vorbeikommen.“
Neue Zürcher Zeitung, Urs Hafner, 5. Dezember 2012 

„Das Buch füllt eine Lücke, gab es doch bis jetzt kein umfassendes Werk zum Thema. Das Buch wiederspiegelt die für die Schweiz typische Nähe von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte: Neben ökonomischen Themen wie Bruttowertschöpfung der einzelnen Sektoren, deren Verteilung oder die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung behandelt es auch eher sozialhistorisch ausgerichtete Themen wie Arbeitsfrieden, Wohlstandsverteilung oder die Bedeutung internationaler Organisationen.“
WOZ, Wolfgang Hafner, Nr. 1+2, 10. Januar 2013        

„Die Schweiz hat im 20. Jahrhundert eine wirtschaftliche Erfolgsstory inszeniert. Die Hintergründe und die Ursachen dieser Geschichte waren bis anhin jedoch schlecht erforscht, es gab keine umfassende historische Analyse dieses Prozesses. Das hat sich mit diesem vor kurzem erschienenen monumentalen Werk geändert.“
Finanz und Wirtschaft, Peter Morf, Nr. 32, 24. April 2013