Schwabe

Akademische Wissenskulturen


Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (VGUW)

VGUW
13: Martin Kintzinger / Sita Steckel (Hrsg.)
Akademische Wissenskulturen
Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne
unter Mitarbeit von Julia Crispin.
2015. 356 Seiten, 14 Abbildungen, davon 2 in Farbe, 7 Tabellen. Gebunden.
sFr. 98.- / € (D) 98.- / € (A) 100.-
ISBN 978-3-7965-3398-3
Akademische Wissenskulturen98.00

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben sich in der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte die Konzepte einer Wissensgeschichte sowie der Erforschung historischer Wissenskulturen etabliert. Dabei sind wichtige theoretische und methodische Ergebnisse erarbeitet worden, an die der vorliegende Band anschliesst. Er stellt Ansätze in den Vordergrund, die nach den Praktiken des Wissens und ihrer jeweiligen Deutung durch Zeitgenossen fragen. Dieser Zugriff erlaubt, die Transformationen historischer Wissensbestände und Expertenkulturen genauer zu beschreiben und etablierte Periodisierungen zu prüfen und zu präzisieren. Die Beiträge des Bandes thematisieren verschiedene Praktiken des Lehrens und Forschens von der spätmittelalterlichen Universität bis zu modernen technischen Expertenkulturen. Die Einbettung akademischer Praktiken in verschiedene Umwelten und die durch diese bedingte stete Notwendigkeit akademischer Selbstdefinition werden dabei ebenso beleuchtet wie die Nutzung von Texten, Bildern und Raumarrangements in diesem Kontext. In zwei einander ergänzenden Schwerpunkten untersuchen die Beiträge sowohl Prozesse der wiederholten Abgrenzung akademischer Wissenskulturen als auch die enge Verstrickung akademischer Eliten in politische und gesellschaftliche Transformationen. Im Blick auf Verschiebungen, Transformationen und Neudeutungen wissensbezogener Praktiken treten Dynamiken der Selbstpositionierung von Gelehrten in vormodernen und modernen Gesellschaften deutlich hervor.

Martin Kintzinger ist Professor für die Geschichte des Spätmittelalters an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und forscht unter anderem zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte des Mittelalters. Seit 2009 ist er Präsident der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte.


Sita Steckel ist Juniorprofessorin für die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit ihrer Promotion (2006) zur Geschichte der Gelehrten im Früh- und Hochmittelalter bildet die Wissensgeschichte des Mittelalters einen Forschungsschwerpunkt.

„Der Band ist in mehrfacher Weise bemerkenswert. Erstens beeindrucken die Materialfülle der Beiträge und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Epochendisziplinen. Zweitens zeichnet sich der Band durch eine ausführliche Reflexion darüber aus, inwiefern die Auseinandersetzung mit Wissenskulturen die historiografischen Wissenschaften bereichern könnte. Die Beiträge prüfen die praxeologische Perspektive auf den jeweiligen Gegenstand kritisch und verleihen somit der Erforschung von Wissenskulturen deutliche Konturen, die weit über die Themen des Bandes hinaus für weitere Arbeiten anschlussfähig sind. Schließlich führen sie drittens eindrucksvoll vor, wie mithilfe einer praxeologischen Perspektive bekannte Quellen neu gelesen und bewertet werden können.ˮ H-Soz-Kult, Friederike Schruhl, 2. Dezember 2015