Schwabe

«Schritte Wege Eindrücke»

Lesung und Gespräch mit den Autoren: Claudia Adrario, Irena Brezna, Ueli Mäder, Jupp Saile, Matthias Zehnder

Das Buch hat zwei Titelseiten, die Lektüre hat zwei Richtungen: eine führt durchs soziale Basel; die andere führt durch die Welt. Beide treffen sich in der Mitte des Buches.

Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Wärmestube «Soup&Chill» in Basel. Wir nehmen den runden Geburtstag zum Anlass, nachzudenken: über eine Dekade, die in der Welt und im sozialen Basel völlig anders verlaufen ist, als man es gedacht hätte. Die Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts begann. In der reichen Schweiz driften Reich und Arm immer weiter auseinander. Mensche aus dem unteren Mittelstand sind massiv vom sozialen Abstieg bedroht. Das Buch «spielt» nur zufällig im «Soup&Chill» in Basel. Das Geschehen hier ist stellvertretend und beispielhaft für unzählige soziale Einrichtungen in ganz verschiedenen Ländern Europas.

Überall ist die Arbeit für und mit Obdachlosen und MigrantInnen ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Enttäuschung; eine Arbeit im Spannungsfeld zwischen Ängsten, Vorurteilen, Mühsal mit Behörden und Freude über tief menschliche Begegnungen und Hilfsbereitschaft. Die Arbeit ist nie schwarz-weiss. Es gibt nirgends und nie NUR Licht oder NUR Schatten.

Namhafte Autorinnen und Autoren greifen die Idee des gemeinsam Nachdenkens auf: Entstanden ist ein Buch, wie es halt ent steht, wenn Ärzte, Prähistoriker, ein Architekt, eine Poetry-Slammerin, Schriftsteller, Journalisten, ein Zoologe, ein Theologe und Leute, die täglich mit sogenannten «Randständigen» arbeiten, ihre Gedanken zu Papier bringen, ein buntes, vielfältiges Puzzle aus Geschichten über Menschen und Tiere, historischen und medizinischen Fakten, Überlegungen, Visionen und politische Statements, die auf unkonventionelle Art ein Zeitdokument entstehen lassen.

Die Beiträge zeigen, dass Wachsamkeit angesagt ist, dass Warnzeichen einer sozialen Kälte zunehmend spürbar sind. Aber auch, dass das friedliche Zusammenleben von Menschen, die plötzlich auf kleinem Raum zusammengewürfelt sind, nicht Utopie, sondern dass es möglich ist. Durch Respekt voreinander. Und schliesslich soll das Buch Menschen, die selber keine Stimme haben, viele Stimmen geben: jene der Autorinnen und Autoren.


Im Anschluss Apéro und Büchertisch.
Freier Eintritt/Kollekte

Wann: 30.03.2017; 19:00 Uhr
Wo: Das Narrenschiff, Steinentorstrasse 11, 4051 Basel